Kantaten für Solostimme und Basso continuo

HWV 77-125a (V/1.1: Notenband), herausgegeben von Andrew Jones, Kassel 2024.

Für die Edition von Händels Kantaten sind vier Teilbände geplant. Die ursprünglich vorgesehene Aufteilung in zwei Teilbände musste wegen des großen Umfangs der Werkgruppe geändert werden. Die drei Bände V/1.1, 1.2 und 1.3 werden alle weltlichen Kantaten Händels für Solostimme und Basso continuo auf italienische und französische Texte enthalten, die überliefert sind. Der Kritische Bericht zur gesamten Werkgruppe wird im vierten Band, HHA V/2, abgedruckt. Die Nummerierung der Kompositionen und der einzelnen Sätze entspricht, soweit möglich, der Nummerierung in Band 2 des „Händel-Handbuchs“ (HWV 77 bis 177), doch müssen aufgrund neuerer Forschungsergebnisse einige Änderungen vorgenommen werden. Der jetzt erschienene erste Band enthält ein ausführliches Vorwort, die italienischen Kantatentexte mit einer deutschen und englischen Übersetzung und die Partituren von 31 Kantaten: HWV 77, 80, 84a, 84b, 86, 88, 90, 91a, 91b, 93, 95, 100, 102a, 103, 104, 106, 107, 109a, 109b, 111a, 111b, 112, 114, 115, 116, 117, 118, 120a, 121a, 121b und 125a.

Unter den Continuo-Kantaten befinden sich mehrere, deren Echtheit von Bernd Baselt im Händel-Werkverzeichnis (HWV) angezweifelt wird. Für einige gibt es keine weiteren Quellen, für andere widersprüchliche Zuordnungen. Alle Kantaten und Versionen mit zweifelhafter Authentizität wurden aus der HHA ausgeschlossen.

Händel komponierte die meisten seiner Continuo-Kantaten in Italien. Anhand der Papierbeschaffenheit der überlieferten autographen Partituren und der Provenienz der erhaltenen Abschriften ist es in der Regel möglich, die Kantaten zu identifizieren, die er in London komponierte oder überarbeitete.

Die Kantaten wurden für private Aufführungen geschrieben. Es gab keine öffentlichen Ankündigungen von Aufführungsterminen, kein Korrespondent oder Tagebuchautor schrieb detailliert über die Aufführungen, und „Libretti“ wurden nicht gedruckt. Nur für eine einzige Continuo-Kantate machte Händel genaue Angaben zu Ort und Datum der Komposition: HWV 127a, die im zweiten Kantatenband erscheint, auf die aber im ersten Band Bezug genommen wird. Im Vorwort werden die Indizien beschrieben, die Rückschlüsse auf die Kompositionsgeschichte zulassen, und spezielle Ausführungen zu den Kantaten HWV 77 bis HWV 125a mitgeteilt.

(Quelle: Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz, Jahresbericht Hallische Händel-Ausgabe 2024)