Internationale Wissenschaftliche Konferenz anlässlich der Händel-Festspiele in Halle an der Saale, 8. und 9. Juni 2026
Die Wissenschaftliche Konferenz anlässlich der Händel-Festspiele in Halle am 8. und 9. Juni 2026
bietet ein Forum für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der ganzen Welt für die Vorstellung und Diskussion ihrer aktuellen Forschungen zu Georg Friedrich Händel und seinem künstlerischen und gesellschaftlichen Umfeld.
Darüber hinaus behandelt die Konferenz zwei Themenfelder, die von besonderer Bedeutung für
das Händeljahr 2026 sind. Das ist zum einen die durch das Motto der Händel-Festspiele „Mannsbilder: Helden – Herrscher – Herzensbrecher“ vorgegebene Thematik der Männlichkeitskonstuktionen in Händels Opern und Oratorien, die gerade bei diesem Komponisten vielschichtig sind: „Der stereotype starke Mann bietet dramaturgisch wenig Reiz – das wussten schon Händel und seine Librettisten. Ihre männlichen Figuren sind komplex, voller innerer Konflikte, Brüchigkeit und Spannung“ (Florian Amort).
Zum anderen fällt in das Jahr 2026 das Jubiläum des 200. Geburtstags von Friedrich Chrysander
(1826–1901), das zu einem erneuten Nachdenken über die Bedeutung und das Vermächtnis dieses wichtigsten Händel-Forschers des 19. Jahrhunderts Anlass bietet.
Wolfgang Hirschmann
Programm (Stand 05.05.2026)
Montag, 8. Juni 2026, Händel-Haus, Kammermusiksaal
9.00–9.15 Uhr: Eröffnung der Konferenz
9.15–11.00 Uhr: Sektion I
Christoph Weyer (Hamburg):
„Not the manners of nations“ – Händels Orient-Sound ohne Orientalismen
Alexandra Magazin (Cluj-Napoca, Rumänien):
Composing the Heartbreaker: Erotic Affect and Masculine Instability in Handel’s Operas
Qian Le (Belfast)
Beyond the Castrato Dominated Stage: Durastanti’s Trouser Roles and Complex Masculinity in Handel’s Operas
11.00–11.15 Uhr: Kaffeepause
11.15–13.00 Uhr: Sektion II
Adrianna Chmielewska (London):
Forged Masculinities: Rinaldo as Knight, Lover and Adolescent
Yseult Martinez (Paris):
„Molle, infame Ruggiero“: A Fragile Hero with a Failing Masculinity (Alcina, 1735)
Paloma León-Villagrá (Hamburg):
Flavio (1723; 1732): Ein Fürst ohne Spiegel?
13.00–14.15 Uhr: Mittagspause
14.15–15.30 Uhr: Sektion III
Lawrence Zazzo (Newcastle, GB):
‘Orrori menzognieri’: Anti-Heroic Transformations in Handel’s 1731 Rinaldo
Corinna Herr (Koblenz):
Postheroische Männlichkeit vor dem heroischen Zeitalter? Bertarido, Andronico und Senesino
15.30–15.45 Uhr: Kaffeepause
15.45–17.00 Uhr: Sektion IV
Yiyun Liu (Belfast):
Dismantling Masculine Authority in Acis and Galatea: From Dryden to Handel
Dennis Ried (Halle):
Vom antiken Mythos zum „musical drama“. Eine Betrachtung der dramatischen Konzeption von Händels Hercules (HWV 60)
Dienstag, 9. Juni 2026, Händel-Haus, Kammermusiksaal
9.30–11.15 Uhr: Sektion V
Joe Lockwood (Newcastle, GB):
The ‘Man-Mountain, Handel’ and the Shadow of Vesuvius: Performance and Reception at the Neapolitan Household of Sir William Hamilton (1730–1803)
Donald Burrows (Milton Keynes, GB):
Handel in Edinburgh: oratorio performances in the 1750s
Graydon Beeks (Claremont, USA):
The Use of Cannons Material in Handel’s Op. 2 Trio Sonatas
11.15–11.30 Uhr: Kaffeepause
11.30–12.45 Uhr: Sektion VI
Ulrich Lappenküper (Reinbeck):
Händel als „Lebenszweck“: Dr. Rudolf Chrysander als „Nestor der deutschen Händelpflege“
Jens Wehmann (Halle):
Aufteilung und Verbleib des Chrysander-Nachlasses
12.45–14.15 Uhr: Mittagspause
14.15–15.30 Uhr: Sektion VII
Annette Landgraf (Halle):
Händels Oratorium Judas Maccabaeus in den Ausgaben Friedrich Chrysanders
Leon Battran (Hamburg):
Eine Neufassung im Namen Händels? Friedrich Chrysander bearbeitet Israel in Egypt
15.30–15.45 Uhr: Kaffeepause
15.45–17.00 Uhr: Sektion VIII
Wolfgang Hirschmann (Halle):
Chrysander ediert Faramondo – einige Beobachtungen
Alexander Lotzow (Kiel):
Händels Kammerduette und -terzette HWV 178–201 zwischen Johannes Brahms und Friedrich Chrysander
Schlusswort

