Internationale Wissenschaftliche Konferenz anlässlich der Händel-Festspiele in Halle (Saale), 6., 8. und 9. Juni 2020

Im Anschluss an das Motto der Händel-Festspiele »Musikalische Malereien« wird sich die Internationale Wissenschaftliche Konferenz mit »Händels Bildern« auseinandersetzen. Die Genitivbildung ist dabei mehrdeutig: Es soll einerseits um die von Händel in seinen Werken verarbeiteten und generierten visuellen Vorstellungswelten gehen, andererseits um die Bildwelten, die ihn an seinen verschiedenen Wirkungsorten umgaben; zum dritten soll unter einem rezeptions- und wirkungsgeschichtlichen Aspekt auch die Frage behandelt werden, welche Händel-Bilder gestaltet wurden, um die Figur und die Werke des Komponisten in verschiedene kulturelle, ästhetische oder politische Wertesysteme einzuordnen.

Die Konferenz möchte also dazu beitragen, in einem umfassenden Maße die Rolle bildlicher Vorstellungen für Händels künstlerisches Wirken wie auch für seine Rezeptionsgeschichte zu erforschen. Mit den drei Schlagworten »Ikonographie«, »Ästhetik« und »kompositorische Praxis« ist ein Feld umrissen, in dem sich Untersuchungen sowohl zu den Bildquellen zu Händel selbst als auch zur »Bildlichkeit« von Händels Musik und zu Bezugnahmen auf die bildenden Künste in der zeitgenössischen Musikästhetik wie auch zur Ikonisierung des Komponisten (seit dem 18. Jahrhundert bis in unsere Tage) ansiedeln und in Dialog bringen lassen.

Wolfgang Hirschmann

Programm

Samstag, 6. Juni 2020, Stadthaus am Markt

10.00 Uhr: Festvortrag

Bernhard Jahn (Hamburg)
Händel und der Wettstreit der Künste im 18. Jahrhundert

Montag, 8. Juni 2020, Händel-Haus, Kammermusiksaal

10.00–10.30 Uhr: Eröffnung der Konferenz

Musikalische Gestaltung: Studierende des Instituts für Musik, Medien- und Sprechwissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

10.30–11.50 Uhr: Sektion I

Melanie Unseld (Wien)
Bildquellen um Händel. Visuelle Repräsentationen von Musik, Macht und Markt

Daniel Ender (Wien)
Das Bild des Genies. Ikonographische Ideen und bildliche Metaphern als Überhöhungsmechanismus bei Georg Friedrich Händel und Ludwig van Beethoven

13.20–15.20 Uhr: Sektion II

Juliane Riepe (Halle)
»He had acquired a taste for painting, which he improved during his residence in Italy, and felt great pleasure contemplating the works of art«. Mutmaßungen über Händels Bild-Erfahrungen in Italien

Ute Engel (Halle)
Händels Grabbild in Westminster Abbey. Kommemoration und Konkurrenz in Poets’ Corner

Colin Timms (Birmingham)
Lord Gainsborough buys a bust of Handel from Roubiliac

15.40–17.00 Uhr: Sektion III

Matthew Gardner (Tübingen)
Handel’s Public Image in the 1750s and 60s

Donald Burrows (Milton Keynes)
»Tun’d by thy Art, my artless Muse may live, And from thy pleasing Strains may Pleasure give«. Contemporary references to, and commemorations of, Handel in English verse

17.30 Uhr
Führung durch die Ausstellung »Meine Seele sieht im Hören«

Dienstag, 9. Juni 2020, Händel-Haus, Kammermusiksaal

9.00–10.20 Uhr: Sektion IV

David Vickers (Huddersfield)
»Handel making a scene«

Corinna Kirschstein (Wien)
No Scenery, Dress or Action. Bemerkungen zur szenischen Attraktivität von Händels Oratorien

10.40–12.40 Uhr: Sektion V

Nicholas Lockey (Palm Beach)
Images of Pleasure and Suffering: Beyond the Pastoral in Handel’s Sicilianas

Vassilis Vavoulis (Athen)
»A different touch«: »Over-legato« and »hand-pedaling« in Handel’s harpsichord works

John H. Roberts (Berkeley)
Association, Parody and Meaning in Handel’s Borrowing

14.00–15.20 Uhr: Sektion VI

Ivan Ćurković (Zagreb)
The visual imagination in Il trionfo del Tempo e del Disinganno and its later reworkings

Graydon Beeks (Claremont)
Musical Pictorialism in Handel’s L’Allegro, il Penseroso ed il Moderato

15.40–17.00 Uhr: Sektion VII

Sara Eckerson (Lissabon)
Aesthetics and Pictorialness in Handel’s Samson

Hans Dieter Clausen (Hamburg)
Solomon – ein Oratorium in Bildern

Schlusswort

17.30 Uhr Führung durch die Redaktion der Hallischen Händel-Ausgabe

Abstracts und Biographien finden Sie in der Programm-Broschüre zur Konferenz.

Die Teilnahme am Festvortrag sowie an der Konferenz ist kostenfrei und steht allen Interessierten offen. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.

Kontakt

Prof. Dr. Wolfgang Hirschmann
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
wolfgang.hirschmann@musikwiss.uni-halle.de

Dr. Annette Landgraf
Georg-Friedrich-Händel-Gesellschaft e. V.
landgraf@musik.uni-halle.de

Dr. Konstanze Musketa
Stiftung Händel-Haus Halle
konstanze.musketa@haendelhaus.de

Veranstalter und Förderer

Institut für Musik, Medien- und Sprechwissenschaften, Abteilung Musikwissenschaft, der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Stiftung Händel-Haus Halle

Georg-Friedrich-Händel-Gesellschaft e. V., Internationale Vereinigung

Die Konferenz wird gefördert von:

International Office der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Veranstaltungsorte

Stadthaus am Markt

Händel-Haus
Große Nikolaistraße 5
06108 Halle
Tel. +49 (0)345 500 900