2022: „Orlando” und die Geschichte der Opern Händels im 20. und 21. Jahrhundert

Internationale wissenschaftliche Konferenz zu den Händel-Festspielen in Halle (Saale), 28. Mai bis 1. Juni 2022

Im Jahr 1922 wurde mit dem Händelfest der Stadt Halle der Grundstein gelegt für die Tradition der Festspiele in Händels Geburtsstadt, die 2022 ihr einhundertjähriges Jubiläum feiern. Mit dem Orlando wurde 1922 zum ersten Mal in Halle eine Oper Händels aufgeführt, und zusammen mit der Rodelinda-Inszenierung in Göttingen von 1920 steht die Hallenser Produktion am Beginn der Renaissance der Händel-Oper, die sich über die Jahrzehnte hinweg zu einem wahrhaften »Händel-Boom« ausgeweitet hat: Händel ist heute der meist gespielte Opernkomponist zwischen Monteverdi und Mozart, und in der Inszenierungsgeschichte seiner Opern spiegeln sich wie bei keinem zweiten Komponisten die Wandlungen der Barockoper im 20. und 21. Jahrhundert zwischen Historisierung und Aktualisierung wider.

Die Konferenz möchte einerseits in zwei Roundtables mit Expertinnen, Experten, Zeitzeuginnen und Zeitzeugen die jüngere Geschichte der Orlando-Inszenierungen in Halle sowie der Händel-Festspiele beleuchten, möchte aber auch den Blick weiten auf die Geschichte der Händel-Oper im 20. und 21. Jahrhundert jenseits der Hallenser Bestrebungen. Darüber hinaus wird sie sich mit Gestaltungen des Orlando-Stoffes nicht nur in anderen Opern Händels (Alcina und Ariodante), sondern auch bei anderen Komponisten des 17. und 18. Jahrhunderts auseinandersetzen.

Programm (Stand 20.04.2022)

Samstag, 28. Mai 2022, Aula der Martin-Luther-Universität

10.00 Uhr: Festvortrag

Wolfgang Hirschmann (Halle)
Arnold Schering und die Welt Händels

Montag, 30. Mai 2022, Händel-Haus, Kammermusiksaal

10.00 Uhr: Eröffnung der Konferenz

Musikalische Gestaltung:
Studierende des Instituts für Musik, Medien- und Sprechwissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

10.30–13.00 Uhr: Sektion I

Andreas Waczkat (Göttingen)
Die Göttinger Händel-Festspiele 1920–22 als Prototyp: Akteure und Netzwerke

Thomas Seedorf (Karlsruhe)
Orlando in London. Die Einrichtung von Carlo Sigismondo Capecis Libretto Orlando, overo la gelosia pazzia (Rom 1711) für die Bühne des King’s Theatre (1733)

Kordula Knaus (Bayreuth)
Orlando furioso als Opernstoff in der Barockoper und Olga Neuwirths zeitgenössische Oper Orlando (UA Wien 2019)

14.30–17.00 Uhr: Sektion II

Reinhard Strohm (Oxford)
Londoner Opernpaare im Diskurs der Adelsgesellschaft

John Roberts (Berkeley)
Handel’s First Pastorals: Shaping Florindo and Daphne

Graydon Beeks (Claremont)
Pre-Publication Circulation and Scoring of Handel’s Op. 2 Trio Sonatas

17.30 Uhr: Führung durch die Ausstellung »Feuerwerk und Halle-luja. 100 Jahre Händel-Feste in Halle«

Dienstag, 31. Mai 2022, Händel-Haus, Kammermusiksaal

10.00–11.30 Uhr: Sektion III

Alexander Aichele (Halle)
Auf der Suche nach dem verlorenen Verstand. Die Lehre von den Seelenteilen zwischen Ariost und Händel

Lawrence Zazzo (Cambridge)
Handel, Hagen, and Werktreue: in search of a historically-informed approach to musical alterations in a Handel revival

12.00–13.30 Uhr: Sektion IV

Michael Burden (Oxford)
The authority of madness: Staging Handel’s Orlando

Carlo Lanfossi (Pisa)
Orlando in Analysis: Modern Performances as Textual Treatment

15.00–16.30 Uhr: Roundtable 1

Händel-Preisträger erzählen – die Festspiele in Halle vor und nach der Friedlichen Revolution

Moderation: Claus Fischer
Teilnehmerinnen und Teilnehmer:
Juliane Claus, Hanna John, Christian Kluttig, Wolfgang Ruf, Edwin Werner und Karin Zauft

17.00 Uhr: Führung durch die Redaktion der Hallischen Händel-Ausgabe

Mittwoch, 1. Juni 2022, Händel-Haus, Kammermusiksaal

10.00–11.30 Uhr: Sektion V

Matthew Gardner (Tübingen)
Singers and Creativity in Orlando and Alcina

Berthold Over (Greifswald)
Die Arien des Ariost. Favourite Songs-Publikationen aus Opern über Sujets aus Orlando furioso

12.00–13.30 Uhr: Sektion VI

Colin Timms (Birmingham)
Sorcery in Orlando

David Kimbell (Ely)
„Qual vento, che gira il cervello“Opern-Vernunftwidrigkeit im Zeitalter der Vernunft – einiges über Orlando

15.00–17.00 Uhr: Roundtable 2

Händel-Oper zwischen Wahn und Wirklichkeit – Orlando in Halle

Moderation: Arnold Jacobshagen
Teilnehmerinnen und Teilnehmer:
Howard Arman (Dirigent 1993), Donald Burrows (zur Inszenierung von Alan Kitching 1959 in Abingdon), Friederike Schöder und Sophie Klußmann (Sängerinnen 2010), Nicola Hümpel (Regie 2010), Axel Köhler (Titelpartie 1993), Bernd Leistner (Ausstattung 1993), Silke Leopold (zu Orlandos Liebeswahn 1922) und Walter Sutcliffe (Regie 2022)

Schlusswort

Die Teilnahme am Festvortrag sowie an der Konferenz ist kostenfrei und steht allen Interessierten offen.

Bitte beachten Sie gegebenenfalls die jeweils aktuellen pandemiebedingten Zugangsbeschränkungen.

Veranstaltungsorte

Aula der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Löwengebäude
Universitätsplatz 11
06108 Halle

Händel-Haus
Große Nikolaistraße 5
06108 Halle
Tel. +49 (0)345 500 900

Kontakt

Prof. Dr. Wolfgang Hirschmann
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
wolfgang.hirschmann@musikwiss.uni-halle.de

Dr. Annette Landgraf
Georg-Friedrich-Händel-Gesellschaft e. V.
landgraf@musik.uni-halle.de

Dr. Konstanze Musketa
Stiftung Händel-Haus Halle
konstanze.musketa@haendelhaus.de

Veranstalter

Georg-Friedrich-Händel-Gesellschaft e. V., Internationale Vereinigung

Institut für Musik, Medien- und Sprechwissenschaften, Abteilung Musikwissenschaft, der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

In Kooperation mit der Stiftung Händel-Haus Halle

Die Konferenz wir gefördert vom International Office der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.